Ein Lebenszeichen für Heike H.

10.04.2013 13:51

 

Seit nunmehr 2 Wochen hänge ich wieder mal in den Seilen. Nicht im Sinn von sich gehen lassen. Keinesfalls. Schnüre können lebensrettend sein, sind sie geschickt geflochten.

Nein, ich war/bin einfach nur allein mit mir selbst im Ring.

Mit meinem Innersten.

Hab meine unendliche Seelentiefe versucht auszuloten, in mich hinein gehorcht. Auf ein Echo gewartet. Mich abgetastet. Den Zustand meines Körpers verinnerlicht, beleuchtet - die Behausung meines Innenlebens, meines Geistes.

 

Der Auslöser war Antjes Geburtstag am 30.März.

An diesem Tag wäre meine Süße hier im Diesseits, in der so genannten realen Welt, 48 Erdenjahre alt geworden.

 

Und ich hätte IHR zu LEBENszeiten einen leckeren Obstkuchen gebacken, ihr eine Pfirsichfruchtbowle gemacht und wir hätten unsere Gemeinsam-Zweisamkeit in aller Ruhe mit unserem geliebten blonden Prinzen Sammy zelebriert. So wie sie sich das die letzten Jahre immer gewünscht und wir das auch so gelebt haben. Sie wollte keinerlei lauten Trubel um sich, um uns herum. Da war immer ihr (und mein) Wunsch, UNS zu genießen. UNSER Ritual seit ein paar Jahren. Sie führte auch den „heiligen Samstag“ in unserer Beziehung ein. Ein Tag NUR für uns BEIDE.

Ich denke mir heute, dass mein Schatz schon vor ca. fünf Jahren etwas gespürt haben muss, dass sich ihr Lebensweg bald vollendet. Sie wollte nur noch einen Hund haben und mit mir in die „anonyme“ Großstadt ziehen. Sie wollte von zu Hause aus arbeiten. Immer ganz in meiner Nähe sein. Tag für Tag.

Ihre Träume waren und wurden auch meine.

 

Ende März herum wühlten mich Emotionen vermehrt auf. Wie in einem kleinen Waldsee, in dem man watet. Wo Wasser eben noch klar war, wabern und wirbeln jetzt trübe Schlammwolken herum. Und wo es eine ganze Weile dauert, bis sich all die Wirbel wieder beruhigen und das Wasser erneut durchsichtig werden lassen.

Mein Herz klopfte dazu sehr unruhig und fand seinen Takt nicht.

 

Am 30.März selbst war ich dann verblüffend ruhig. Ich marschierte vormittags bei sehr trübem Wetter zu Antjes Grab. Ich war gerade an der Grab-Stelle angekommen, als der Himmel die dunklen Regen-Wolken teilte und Sonnenstrahlen mich überfluteten.

Da stand ich doch tatsächlich am Grab meiner Traumfrau und ich lächelte. Ich blickte mit geschlossenen Augen in das grelle Sonnenlicht, welches mein Gesicht und mein Herz erwärmte.

 

Am Tag danach holte ich das Kuchenbacken nach. Der Kirschkuchen gelang wunderbar. Und obwohl ich keine Gäste zu Ostern hatte, schmeckte mir das Backwerk auch allein hervorragend.

Ich hatte allerdings das Gefühl, dass mir Antje dabei genussvoll zusah ;)

Voller Tatendrang wollte ich nun wieder auf Kurs gehen, meine Bergtour weiter wandern. Mich weiter abstrampeln, als mir Anfang April ein JEMAND im Wald bei einem zufälligen Treffen erklärte, dass meine Homepage www.1-fuss-in-der-tuer.de „schon gefalle“, derjenige aber nicht gerne den Inhalt lese, weil ihm das zu „vo­yeu­ris­tisch“ sei.

Und schlagartig war mein Vorhang, den ich mühsam hochgezogen hatte, wieder ganz unten. Mein Stimmungsbarometer sank augenblicklich gen Null.

Das war nun schon die 2. Person, die dieses Wort im Zusammenhang mit Antjes und meinem Leben verwandte und auch aussprach. Ich weiß ja nun nicht wirklich, ob nun diese zwei Personen ein Problem haben, wenn Frau Frau liebt. Oder ob es einfach das Thema „Tod“ ist, vor dem sie sich fürchten.

Ich wollte zu diesem Zeitpunkt schon meine HP löschen. Im Affekt sozusagen.

Nun, seitdem DU dich immer noch für mein Leben auf der TRAUer-Homepage, meinen Blog interessierst, obwohl wir uns nicht wirklich kennen UND dir meine Geschichten zu fehlen scheinen, fange ich heute wieder an.

Für dich!

Ich danke DIR sehr dafür, dass du mich weiter anfeuerst, in mir wieder die Glut zum Leben erweckst! Obwohl du selbst genug "Trouble" hast.

DU bist eine starke Frau! Und wirst es schaffen!!

Ich drücke dich ganz lieb!

Deine Anna ♥